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Darum sehen wir die geplante Seilbahn in Bonn kritisch

Darum sehen wir die geplante Seilbahn in Bonn kritisch

Darum sehen wir die geplante Seilbahn in Bonn kritisch

Die geplante Seilbahn zur Verbindung in Bonn wird von der Stadtspitze und fast allen Ratsfraktionen als modernes Verkehrsprojekt verkauft. Sie soll Ramersdorf, das Bundesviertel und den Venusberg verbinden, Reisezeiten verkürzen und helfen, Staus zu reduzieren. Zudem wird suggeriert, das Projekt und sein Betrieb sei problemlos zu finanzieren.

Doch die Realität sieht anders aus: Kalkulierte die Stadt Bonn die Kosten für den Bau einer 4,3 km langen Seilbahn zwischen Ramersdorf und dem Venusberg mit 34 Stützen im Jahre 2019 noch auf 66 Mio. EUR (netto) sind es laut aktueller Verlautbarung der Stadt für einen auf 3,8 km gekürzten Fahrweg mit 22 Stützen schon 155 Mio. EUR (netto). Ob das Projekt nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz gefördert werden kann, steht nicht fest. Selbst wenn dies so wäre, würde Stand heute bei der Stadt zwar immer noch ein Eigenanteil von 17,6 Mio. EUR (netto) am Herstellungspreis verbleiben. Anders sieht es allerdings bei den Betriebs- und Wartungskosten sowie dem Kapitaldienst für den Eigenanteil aus. Hierfür müssten die Bonner Bürger nach heutiger Rechnung ca. 5,2 Mio. EUR jährlich aufbringen. Nicht eingerechnet in der Summe sind die anzusetzenden Kosten für den jährlichen Werteverzehr, der nach überschläglicher Schätzung bei einer linearen Abschreibung auf 30 Jahre mit ca. 6 Mio. EUR p.a. anzusetzen wäre.

Trotzdem halten Grüne, SPD, FDP, CDU und Volt weiterhin an diesem Prestigeprojekt fest. Während überall gespart werden muss und Geld für die Sanierung von Straßen, Schulen sowie öffentlicher Infrastruktur fehlt, soll ein teures Prestigeprojekt umgesetzt werden, dessen Nutzen fraglich bleibt. Kritiker bemängeln außer der schlechten Wirtschaftlichkeit, zusätzliche CO₂-Emissionen im Vergleich zum heutigen Verkehr und erhebliche Eingriffe ins Stadtbild. Statt ehrlich über Risiken und Folgekosten zu sprechen, wird die Seilbahn politisch schön gerechnet. Die Leidtragenden wären am Ende die Bürgerinnen und Bürger, die über Jahrzehnte für Bau, Betrieb und Defizite zahlen müssten.

Dabei gäbe es deutlich sinnvollere und günstigere Lösungen für Bonn. Statt hunderte Millionen Euro in eine Seilbahn zu investieren, braucht die Stadt endlich einen offenen Cityring, damit der Verkehr wieder flüssig durch die Innenstadt geführt werden kann. Auch eine vierspurige Adenauerallee wäre ein wichtiger Schritt, um das Bundesviertel und den Süden Bonns dauerhaft zu entlasten. Ergänzt durch bessere Ampelschaltungen, moderne Park-and-Ride-Angebote sowie ein effizienteres Bus- und Bahnangebot ließen sich viele Verkehrsprobleme von Grund auf lösen. Das würde nicht nur den Verkehr verbessern, sondern durch Verzicht auf die Seilbahnpläne auch den städtischen Haushalt massiv entlasten – damit mehr Geld für Schulen, Wohnraum, Straßensanierung und die wirklich wichtigen Aufgaben in Bonn bleibt.

Veröffentlicht am 25. Mai 2026

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